Kunstdialoge – was soll das sein?

Wie kann ich Besucher/innen Kunst näherbringen, ohne dass nur ich spreche und andere zuhören bzw. meine Fragen beantworten?

Diese Frage stellt sich oft bei dem Gedanken an die Vermittlung von kunsthistorischen Inhalten an ein öffentliches Publikum. Es erscheint notwendig, „Wissen zu vermitteln“. Auch wenn dies effizient und effektiv erscheint, entsteht so eine negativ-schulische Situation. Der Dialog bricht mit diesem Ansatz – in der dialogischen Vermittlung gibt es keine „Vermittler/in“ im klassischen Sinne mehr.

Die Kunst und die Besucher/innen stehen bei diesem Ansatz im Mittelpunkt. Die Vermittlerin moderiert einen dialogischen Prozess, in der die Gruppe durch das Befragen und Rückfragen, durch die Einbindung des vorhandenen Wissens in der Gruppe und durch den gemeinsamen Denkprozess sich gemeinsamen dem Kunstwerk nähert und es ergründet. Jede/r Besucher/in erlebt eine intensive Auseinandersetzung mit dem Kunstwerk.

Die Besonderheit ist dabei, dass hier nicht einfach Informationen bekanntgemacht werden, sondern dass das Werk auf einer persönlichen Ebene angeignet wird. Auch nach längerer Zeit nach einem Dialog erkennen Teilnehmer/innen das Werk wieder und erinnern sich an die Erkenntnisprozesse, die im gegenseitigen Austausch entstanden. Dies führt zu einer hohen Bindung an Museen, den gerne möchte man seinen Freunden/innen diese Werke, mit denen man einen gemeinsamen Dialog geführt haben, ebenfalls zeigen und erkunden.

Während des Prozesses erschließen sich Inhalte des Werkes im Dialog… das glauben sie nicht? Hören Sie rein in unseren Podcast, um den intensiven Charakter eines Dialoges kennenzulernen. Oder besser noch, machen Sie mit oder schlagen Kunstwerke vor, zu denen wir einen Kunstdialog durchführen sollen.

Wir freuen  uns  auf Sie ….

kunstdialoge – Episode 1 – Roy Lichtenstein – Drowning Girl