Wir lieben die Begegnung mit Kunst und dem eigenen Denken.
Ob moderne Malerei, antike Skulpturen oder Installationen – zu Kunst kann jeder etwas empfinden und auch sagen. Wir möchten Euch und Sie einladen, Kunst als Inspiration und Erlebnis zu erfahren und zu nutzen. Im gemeinsamen Dialog denken wir gemeinsam. Sie kommen zu neuen, noch nicht gedachten Gedanken, verstehen Zusammenhänge und entwickeln gemeinsam ein neues Verständnis von Kunst und Kultur!
Aktuell bieten wir drei Formate der Kunstdialoge an:
- LIVE Kunstdialoge sind moderierte Kunstdialoge in Gallerien und Museen in München, Hamburg und Berlin.
- ARTFLASH Kunstdialoge sind Online-Kunstdialoge in einer gemeinsamen Videokonferenz
- Podcastserie kunstdialoge bietet kunstdialoge als Podcast zum Mithören und Mitdenken
Gemeinsam über Kunst reden
In unseren Formaten geht es u.a. um folgende Fragen….
- Wie kann man selbst Kunst interpretieren bzw. selbst erschließen?
- Wie komme ich mit anderen Menschen in ein echtes Gespräch?
- Was kann ich durch die Beschäftigung mit Kunst über mich, über andere Menschen und über das Leben allgemein erfahren?
- Wie kann ich kreative Problemlösungen durch die Beschäftigung mit Kunst entwickeln?
Erfahrungsbericht eines Besuchers
Der Teilnehmende Paul beschreibt hier einen Kunstdialog.
Kunstdialog ist ein geführter Dialog, in dem sich eine Gruppe zu einem oder mehreren Kunstwerken (meist in einem Museum) austauscht. Aus meiner Sicht gelten folgende Prinzipien:
Fokus auf eines oder wenige Werke: Anders, als bei einem traditionellen Museumsbesuch, bei man an einer Vielzahl von Werken vorbeiflaniert, stehen hier nur wenige oder sogar nur ein einziges Werk im Mittelpunkt.
Aktiver Austausch in der Gruppe: Anders, als bei einer Museumsführung, bei der primär eine Exper:in zur Gruppe spricht, hat beim Kunstdialog jedes Gruppenmitglied eine Stimme
Individuelle Wahrnehmung und Bedeutungsgebung vor Bildungswissen: Anders, als bei traditioneller Kunstvermittlung, bei der es beinahe ausschließlich um die authoritative Vermittlung von Kenntnissen zu Künstler:in und Werk geht, beschäftigt sich der Kunstdialog zuerst mit der subjektiven Wahrnehmungen der Gruppenmitglieder und der Bedeutung, die sie dem Werk jeweils geben. Hierdurch entsteht eine Aufwertung der individuellen Erfahrung gegenüber der ansonsten leicht einschüchternden Stellung von als kanonisch anerkannter Kunst im Museum.
Vermittlung von notwendigem Kontextwissen findet aber weiterhin – nur eben nachrangig – statt, damit es nicht zum reinen Austausch von Befindlichkeiten kommt.
Fragetechnik als Weg zur Vermittlung: Anders als bei traditioneller Kunstvermittlung, wird im Kunstdialog versucht, besagten Kontext primär durch gezielte Fragen zu vermitteln. Durch diese Fragen wird die Aufmerksamkeit der Teilnehmer:innen z.B. auf gewisse Ausschnitte oder Merkmale wie Farbgebung, Perspektive oder Komposition gelenkt und so ermöglicht, dass die Gruppe Zusammenhänge entdeckt und damit ihr Kunsterlebnis selbst aktiv erschafft.
Die Methode ist also ans Coaching im Gegensatz zur Beratung angelehnt.
Geschützter Dialog-Rahmen: Anders, als bei einem alltäglichen und womöglich wenig wertschätzenden Austausch der Gruppenmitglieder untereinander, wird hier durch die Führung ein geschützter Dialog-Rahmen geschaffen. Jede Wahrnehmung und Meinung wird von der Gruppenleitung also solche validiert und mit Wertschätzung bedacht. In jeder Gruppe vorhandener Dominanz, bei der sich einzelne Positionen als autoritativ hervortun, wird von Seiten der Führung entgegengewirkt.
Fazit: Durch diese Strukturen entsteht gerade für Teilnehmende wie mich, die sich zwar für Kunsterlebnisse interessieren würden aber ohne Unterstützung Schwierigkeiten damit hätten, die Chance, sich tiefer und unmittelbarer auf ein Kunstwerk einzulassen.
Engagement in der Gruppe wird durch das Format maximiert: Jeder in der Gruppe kann für sich selbst und für andere Wertschätzung erfahren, Selbstwirksamkeit erleben und auch viel über Kunst lernen. Bisher hat jeder Kunstdialog Spaß gemacht und einen bleibenden Eindruck hinterlassen.
Zur Methode
Die Kunstdialoge bedürfen einer dialogischen Haltung, welche durch die Moderation unterstützt wird.
Eine solche Haltung bedarf einer dialogischen Kompetenz:
- Eine lernende Haltung einnehmen
- Radikalen Respekt zeigen
- Von Herzen sprechen
- Generativ zuhören (lat. Erzeugen)
- Annahmen und Bewertungen „suspendieren“, in der Schwebe halten
- Erkunden
- Produktiv plädieren
- Offenheit
- Verlangsamung zulassen
- Sich selbst beobachten.
Quelle: Hartkemeyer, Johannes und Martina (2005): Die Kunst des Dialogs. Klett- Cotta, Stuttgart, S. 50-52
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Siehe auch „Art as Therapy“ (Nur auf YouTube direkt zu sehen)
